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Mikroplastik vorläufig keine Gefahr fürs Trinkwasser

(11.12.14) Die Eidgenössische Technische Hochschule Lausanne (EPFL) führte eine erste Bestandsaufnahme der Schweizer Gewässer auf das Vorkommen von Kunststoff-Kleinstpartikel, bekannt als Mikroplastik, durch. Die Untersuchung fand im Auftrag des Bundesamtes für Umwelt (Bafu) statt, welches heute über die Ergebnisse informierte. In den meisten Proben wurden Mikroplastik-Partikel nachgewiesen, deren Konzentrationen in der Grössenordnung vergleichbar sind mit anderen Studien. Die Beeinträchtigung der Wasserqualität von Schweizer Gewässern durch Mikroplastik schätzen die Forscher gegenwärtig als relativ gering ein.

Die Gefahr, dass Mikroplastik via Grund- oder Seewasser ins Trinkwasser gelangt, wird als gering eingestuft. Für diese Einschätzung stützt sich das Bafu auf einen internen Bericht der Wasserversorgung Zürich aus dem Jahr 2014. Der Grund ist, dass Mikroplastik durch Filtration bei der Trinkwasseraufbereitung aus dem Wasser entfernt wird. Obwohl nicht erwähnt und untersucht, dürfte die natürliche Filtration denselben Reinigungseffekt haben. Sollte trotzdem Plastik im Wasser vorhanden sein, ist gemäss der Stellungnahme des Bundesamts für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) das gesundheitliche Risiko gering. Diese Beurteilung liegt darin begründet, dass die geringen Mengen an Mikroplastik nach oraler Aufnahme im Magen-Darm-Trakt wieder ausgeschieden werden und nicht im Organismus bleiben. Das entspricht auch der Einschätzung der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit. Polymere in der Grössenordnung von Mikroplastik (> 1000 Dalton) sind gemäss dieser Behörde toxikologisch nicht relevant.

Die Lausanner Forscher fanden in 27 Wasserproben im Mittel circa 0.1 Mikroplastik-Partikel pro Quadratmeter Seeoberfläche. Sieben Wasserproben enthielten kein Mikroplastik. Die Werte einzelner Proben zwischen und innerhalb der Seen variierten stark, was auf Unterschiede in der Belastung der ufernahen bzw. uferfernen Zonen sowie auf zeitlich stark schwankende Einträge in die Seen hindeutet. Die Bevölkerungsdichte im Einzugsgebiet hatte dabei keinen Einfluss auf das Ausmass der Belastung. In den 33 Sandproben betrug die Belastung bis zu einer Tiefe von 5 cm Sand im Mittel circa 1000 Mikroplastik-Partikel pro Quadratmeter. Zwölf Proben enthielten kein Mikroplastik.

Da die Lausanner Forscher ein Sieb mit einer Weite von 0.3 Millimeter verwendeten, konnten sie keine Aussagen über den Gehalt von noch kleinerem Mikroplastik im Wasser machen.

Der SVGW erachtet die vorliegende Bestandesaufnahme als wichtigen Schritt zur besseren Einschätzung der Verbreitung von Mikroplastik. Er erkennt vorläufig auch keine Gefährdung des Trinkwassers durch Mikroplastik, sofern der Stand der Technik eingehalten wird. Der Verein wird das Thema aber weiter verfolgen und begrüsst weitere Forschungen dazu.

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