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Die Bauern sehen sich in der Verantwortung, aber auch andere Akteure

"Wir haben ein Problem und dazu stehen wir", sagte Markus Ritter, Präsident des Schweizer Bauernverbandes, an der Medieninformation vom 21. Juni 2017 in Ins. Er verwies dabei auch auf die Berichte "Mikroverunreinigungen in Fliessgewässern aus diffusen Einträgen" und "Zustand der Schweizer Fliessgewässer 2011-2014". Der Verband nutzte aber die Veranstaltung auch um darzulegen, wie die Bauern mit der Situation umgehen und wo sie sich zu Unrecht an den Pranger gestellt sehen.

Pflanzenschutzmittel sind gemäss den Aussagen von Markus Ritter wie Medikamente, die man bei einer Krankheit einsetzt. Sie seien nur ein Mittel von vielen beim Pflanzenschutz. So würde auch gehackt statt gespritzt, natürliche Feinde eingesetzt oder mit Pheromonen Schädlinge verwirrt. Zudem würde nur so viel wie nötig eingesetzt, wobei auch hier modernste Technik die Applikation verbessere. Wenn dann Pflanzenschutzmittel zum Einsatz kommen, erfolge dies nach dem Prinzip der Schadschwellen. Eine Nachfrage ergab, dass für gewisse wenige Kulturen auch die präventive Anwendung nötig ist.

Dem Einwand, dass in der Schweiz mehr Pflanzenschutzmittel eingesetzt würden als im Ausland, begegnete der Bauernverband mit einem Bericht des landwirtschaftlichen Forschungszentrums Agroscope. Dieser zeige, dass die Schweiz überdurchschnittlich viele Spezialkulturen aufweise, die mehr Pflanzenschutzmittel benötigen. Zudem kämen in der Schweiz mehr Pflanzenschutzmittel natürlichen Ursprungs mit grossen Aufwandmengen zum Einsatz, die in der EU teilweise gar nicht erfasst würden. Schliesslich schneide die Schweiz bei der Anzahl Behandlungen besser als beispielsweise Deutschland ab.

Den Initiativen "Für eine Schweiz ohne synthetische Pestizide" und "Sauberes Wasser für alle" attestierte der Bauernverband eine gute Absicht. Deren Annahme würde aber zu Ertragseinbussen und höheren Importen führen.

Aus Sicht des Bauernverbandes gilt es zu beachten, dass nicht alle Mikroverunreinigungen in Gewässern aus der Landwirtschaft stammen würden. Ein grosser Anteil komme auch aus den Abwasserreinigungsanlagen. In diesem Bereich lasse man sich aber über 20 Jahre Zeit, um dagegen vorzugehen. In der Landwirtschaft sei man diesbezüglich ambitionierter. Sehr bedauerlich findet der Verband, dass der Bund der Forschung im Agrarbereich die Mittel gekürzt hat. Denn es bestehe ein grosser Forschungsbedarf. Sonst ist aber das Vertrauen in die Behörden da. Trotz dem Rückzug mehrerer PSM-Mittel halten die Bauern fest, dass sie sich auf die Angaben der Zulassungsbehörden und Hersteller verliessen.

Der SVGW begrüsst die erwähnten Bemühungen des Bauernverbandes zur Reduktion des Pestizideinsatzes und damit zum Schutze der Trinkwasserressourcen. Er erwartet nun aber auch, dass  sich der SBV für  die Umsetzung und Finanzierung eines ambitionierten Pestizidreduktionsplan einsetzt, der dazu führt, dass u.a. der Vollzug die Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben als Standard sicherstellt.

 

 

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