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Bäche sind weiterhin zu stark mit Pestizid-Cocktails belastet

2.4.2019 - Oberflächengewässer sind wichtige Ressourcen für die Trinkwasserversorgung und beeinflussen die Qualität von ufernahen Trinkwasserversorgungen. Als Hüter der Trinkwasserqualität ist der SVGW besorgt über die hohe Belastung der heimischen Wasservorkommen und fordert die rasche Umsetzung griffiger Massnahmen. Die neueste NAWA-Spez-Studie belegt nämlich, dass kleine Gewässer in landwirtschaftlich genutzten Einzugsgebieten sehr stark durch Pestizide belastet sind: Im Durchschnitt wurde ein Cocktail aus etwa 34 Wirkstoffen gemessen – und dies oft über einen längeren Zeitraum.

Trinkwasser wird zu 80% aus Grund- und Quellwasser gewonnen. Das Grundwasser steht dabei häufig durch Infiltration mit dem Oberflächengewässer in Kontakt. Der Trinkwasserverband SVGW geht davon aus, dass etwa 12% des als Trinkwasser genutzten Grundwassers direkt durch Oberflächenwasser beeinflusst wird. Es liegt daher auf der Hand, dass die nachweislich hohe Pestizidbelastung kleiner Gewässer früher oder später auch auf das Grundwasser durchschlägt, wenn keine Massnahmen ergriffen werden. Besonders brisant und nicht akzeptabel erachtet der SVGW, dass es nicht nur einzelne Stoffe sind, sondern ganze Stoff-Cocktails, deren Auswirkungen kaum sicher eingeschätzt werden können.

Folgen für die Trinkwasserqualität von morgen

Trinkwasser ist das wichtigste Lebensmittel: Es ist bis anhin preiswert, jederzeit verfügbar und kann in der Regel ohne wesentliche Aufbereitung verteilt werden. Die Konsumenten erwarten, dass das Trinkwasser ein natürliches Lebensmittel und daher frei von chemischen Fremdstoffen ist. Es wird aber für die Wasserversorger zunehmend schwieriger, genügend sauberes Wasser für die Trinkwasserversorgung bereitzustellen. Als Hüter der Trinkwasserqualität ist es die Pflicht des SVGW, den Ressourcenschutz zu stärken und auf Defizite hinzuweisen. Aufgrund der besorgniserregenden Resultate fordert der SVGW einmal mehr eine signifikante Reduktion des Pestizideinsatzes und auch des Nährstoffeintrags zum Schutze der Trinkwasserressourcen und der nachhaltigen Trinkwasserversorgung.

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Häufige, langanhaltende und zu hohe Mehrfachbelastungen nachgewiesen

Die aktuelle NAWA-Spez-Studie bestätigt sehr deutlich die früheren Befunde der hohen Belastung kleiner Gewässer durch Pestizide aus der Landwirtschaft. Von insgesamt 217 untersuchten Pestizidwirkstoffen konnten in den untersuchten Bächen 145 Wirkstoffe nachgewiesen werden. In allen untersuchten Bächen wurden dabei sowohl chronische als auch akute Qualitätskriterien überschritten. Im Durchschnitt wurde ein Cocktail aus etwa 34 Wirkstoffen gemessen – und dies oft über einen längeren Zeitraum. 

Während mindestens der Hälfte der Untersuchungszeit lag mindestens ein Wirkstoff oberhalb des chronischen Qualitätsziels. Die erhöhten Konzentrationen der Pestizidbelastungen beschränkten sich dabei nicht auf die Hauptanwendungszeit im Frühling und Sommer, sondern traten bis weit in den Herbst hinein auf. Die erhöhte Konzentration der Pestizidbelastungen stellen ein verbreitetes Problem der Wasserqualität von Oberflächengewässern dar, nicht nur der untersuchten Gewässer, so ein Fazit der Autoren.

 

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