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Eidgenössische Volksinitiative «Für sauberes Trinkwasser und gesunde Nahrung» lanciert

(22.03.17) Der Schweizerische Verein des Gas- und Wasserfach SVGW teilt das Anliegen eines verbesserten Schutzes der Trinkwasserressourcen, das auch in der soeben lancierten Eidgenössischen Volksinitiative "Für sauberes Trinkwasser und gesunde Nahrung" zum Ausdruck kommt. Er prüft, ob die Initiative das geeignete Mittel ist, um dieses Ziel zu erreichen.

Organische Pestizide, deren Abbauprodukte und andere Spurenstoffe werden heute in der Schweiz bekanntlich in zahlreichen Trinkwasserfassungen nachgewiesen. Dabei liegen die Werte in über 95 Prozent der Messstellen unter dem gesetzlichen Höchstwert. Wie sich die Stoffe - insbesondere auch Stoffgemische - auf Mensch und Umwelt auswirken, ist oft noch unbekannt und bleibt Gegenstand weiterer Forschungen. Dem Vorsorgeprinzip folgend, begrüsst der SVGW wirksame Massnahmen, welche die Trinkwasserressourcen vor nachteiligen Verunreinigungen schützen. Insbesondere muss verhindert werden, dass unerwünschte Fremdstoffe in Grundwasser gelangen, sich dort anreichern können und somit die Qualität des Lebensmittels Trinkwasser langfristig gefährden.

Der Fachverein SVGW wird in den kommenden Wochen die fachliche Diskussion führen, wie er sich gegenüber der Initiative positionieren wird. Dabei gilt es abzuwägen, ob der gewählte Ansatz und das gewählte Vorgehen als zielführend und realistisch einzustufen sind, um eine substantielle Verminderung der unerwünschten Stoffeinträge in die Trinkwasserressourcen bewirken zu können oder nicht.

Nach einer ersten Sichtung hält der SVGW fest:

  • Trinkwasser in der Schweiz ist heute naturnah und von einwandfreier Qualität. Die "Volksinitiative für sauberes Trinkwasser und gesunde Ernährung" wird Trinkwasser als emotionalen Aufhänger nutzen. Dadurch kann der Eindruck entstehen, dass die vorhandene Qualität des Trinkwassers heute ungenügend sei und es zu wenig kontrolliert würde. Es gilt die Balance zu finden zwischen einer objektiven Einordnung der aktuellen Gefährdung und der Sensibilisierung für Probleme bzgl. langfristigem Ressourcenschutz und der Qualitätssicherung.
  • Ein effektiver Trinkwasserschutz benötigt zweifelsohne wirksame und korrekt ausgeschiedene Grundwasserschutzzonen und Massnahmen im Zuströmbereich. Eine räumlich undifferenzierte Pestizidbeschränkung lässt sich daraus nicht zwangsläufig ableiten. Ob für den wirksamen Schutz die Dimensionierung der Schutzzonen aufgrund der vorhandenen und neuen chemischen Belastungen angepasst werden muss, ist Gegenstand aktueller Diskussion.
  • Die bestehende Gewässerschutzgesetzgebung ermöglicht bereits einen guten Schutz der Trinkwasserversorgung. Der Vollzug muss jedoch unbedingt verbessert werden. Gemäss BAFU sind lediglich etwa 60% der Grundwasserschutzzonen definitiv ausgeschieden. Ziel- und Nutzungskonflikte machen den Wasserversorgern zunehmend zu schaffen.
  • Der rechtlich vorhandene Schutz ist nicht immer ausreichend. Der SVGW fordert daher seit Jahren eine Verschärfung des Gewässerschutzes, indem der Einsatz von Pestiziden in den Grundwasserschutzzonen S1 und S2 vollständig, und für spezifische Stoffe in der S3 verboten wird. Im Zuströmbereich der Trinkwasserfassungen sind bei Bedarf weitere Massnahmen zum Schutz der Grundwasserqualität zu prüfen und einzufordern.

Die definitive Einschätzung und Positionierung gegenüber der Initiative plant der SVGW auf Mitte Juni.

Sind Sie SVGW-Mitglied? Diskutieren Sie über die Initiative im Intranet.

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