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REGISTRIERENTrockenheit und die ausgeprägte Hitze haben die Medien im Frühling und Sommer 2026 stark beschäftigt und entsprechend hat auch der SVGW zahlreiche Medienanfragen zu diesem Thema erhalten und beantwortet. Wir haben die Fragen und die Antworten des SVGW in diesem FAQ zusammengetragen, um Versorgungen und Organisationen, die ebenfalls Anfragen zu diesem Thema erhalten, eine Orientierungshilfe zu bieten.
Die wichtigsten Botschaften aus Sicht des SVGW:
Die aktuelle Trockenheit wirkt sich auf die Trinkwasserproduktion aus. Zahlreiche Gemeinden haben sich mit Sparapellen an die Bevölkerung gerichtet. Die Gründe dafür sind unterschiedlich und haben nicht in jedem Fall zwingend mit knappen Wasserressourcen (Grund- und Quellwasser bzw. Seewasser) für die Trinkwassergewinnung zu tun. Es muss deshalb zwischen einer tatsächlichen Knappheit der Wasserressourcen und einem Kapazitätsengpass der Versorgungsinfrastruktur unterschieden werden.
Grosse Hitze kann zu einem höheren Trinkwasserverbrauch und insbesondere zu hohen Verbrauchsspitzen führen, etwa durch Gartenbewässerung oder weil öfter geduscht oder der Pool gefüllt wird. Das führt vielerorts zu Verbrauchsspitzen, für die die Infrastruktur der Wasserversorgung nicht ausgelegt ist. Das betrifft die Leistung der Pumpen sowie die Kapazität der Transportleitungen und der Reservoirs. Die Wasserversorgung kommt auf Grund des grossen Bedarfs an Trinkwasser an ihre Kapazitätsgrenzen. In solchen Situationen kann grundsätzlich noch Wasser vorhanden sein, es kann aber nicht schnell genug gefördert, aufbereitet, transportiert oder gespeichert werden. Hinzu kommen teilweise zusätzliche Trinkwasserbezüge. Landwirtschaftsbetriebe nutzen oft Wasser aus Flüssen für die Bewässerung. Weil die Pegel der Flüsse sehr tief sind, kommt es vielerorts zu Entnahmeverboten. Die Landwirtschaftsbetriebe wenden können sich dann an die Wasserversorgung wenden und fragen für den Bezug von Trinkwasser für die Bewässerung an. Weil die Versorgung nicht auf einen so hohen Trinkwasserbedarf ausgelegt ist, wendet sie sich dann mit Sparapellen an die Bevölkerung.
Es gibt aber auch Gemeinden, bei denen in der Tat die Wasserressource für die Trinkwassergewinnung knapp wird. Das ist oft in Randregionen der Fall, die ausschliesslich auf Quellwasser angewiesen sind. Aufgrund der Trockenheit und fehlender Schneereserven in den Bergen geht die Schüttmenge der Quelle – also die Menge an Wasser, das aus der Quelle austritt – zurück. Auch Grundwasservorkommen können bei länger anhaltender Trockenheit deutlich tiefere Wasserstände aufweisen. Besonders empfindlich sind Vorkommen, die überwiegend durch Niederschläge gespeist werden. Entsprechend kann dann auch das Trinkwasser knapp werden, insbesondere wenn kein Fremdbezug – als ein Bezug von Trinkwasser von einer Versorgung in der Umgebung – möglich ist. Besonders verletzlich sind kleine, wenig vernetzte Versorgungen, die nur über eine einzige Wasserressource verfügen. Die Situation ist deshalb regional sehr unterschiedlich und lässt sich nicht auf die gesamte Schweiz übertragen.
Wir können uns nur zum Trinkwasser äussern und nicht zur Wassersituation insgesamt. 20 Prozent des Trinkwassers in der Schweiz wird aus Seewasser gewonnen. Die restlichen 80 Prozent stammen aus Grund- und Quellwasser. Wir sehen keine unmittelbare Gefahr, dass für die Trinkwassergewinnung zu wenig Grund-, Quell- oder Seewasser vorhanden wäre. Die Schweiz verfügt über sehr ergiebige Grundwasservorkommen und über viele Seen. Aus heutiger Sicht besteht schweizweit keine unmittelbare Gefahr einer generellen Rohwasserknappheit. Lokal – insbesondere in Randregionen, die ausschliesslich auf Quellwasser angewiesen sind, das sich aus Schmelzwasser aus den Bergen speist – kann es aber tatsächlich aufgrund von zu wenig Rohwasser in ausgeprägten Trockenperioden knapp werden. Das sind aber lokal begrenzten Phänomene und nicht typische für die gesamte Schweiz. Die Herausforderung ist daher nicht, dass zu wenig Wasser da ist, sondern dass zu wenig Trinkwasser in der richtigen Menge zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist.
Die Sparapelle an die Bevölkerung und die Meldungen zu knappem Trinkwasser haben nicht zwingend damit zu tun, dass zu wenig Grund- oder Quellwasser für die Trinkwassergewinnung zur Verfügung steht. Ein Grund kann auch sein, dass die Infrastruktur der Wasserversorgung einen so hohen Spitzenbedarf nicht decken kann. Insbesondere, wenn zum bereits erhöhten Bedarf der Bevölkerung zusätzlich Landwirtschaftsbetriebe für Trinkwasser für die Bewässerung anfragen, kann es sein, dass die Infrastruktur von der Pumpleistung (oder der Schüttmenge der Quelle) über die Transportkapazitäten bis hin zum Reservoir für diesen Spitzenbedarf nicht ausreicht.
Gemäss unserer Einschätzung haben 10 bis 15% der Versorgungen einen Sparappell oder ein Verbot erlassen. Dies tangiert ca. 10% der Bevölkerung.
Dem SVGW liegt keine vollständige schweizweite Übersicht darüber vor, welche der über 2500 Wasserversorgungen Sparappelle oder Verbote erlassen haben. Grundsätzlich sind die Gründe für solche Massnahmen unterschiedlich. Ein Grund kann sein, dass das Rohwasser knapp wird. Insbesondere kleinere, stark niederschlagsabhängige Quellen können rasch auf Trockenheit reagieren. Auch niederschlagsgespeiste Grundwasservorkommen können bei länger anhaltender Trockenheit deutlich tiefere Wasserstände aufweisen. Ein weiterer Grund kann sein, dass die Infrastruktur nicht auf einen so hohen Spitzenbedarf ausgelegt ist, wie er in Hitzeperioden auftritt. Wenn aufgrund der grossen Hitze die Gärten öfter bewässert werden, mehr geduscht wird, etc. kann es vorkommen, dass das Wasser im Reservoir knapp wird, insbesondere dann, wenn auf Grund von Entnahmeverboten aus Oberflächengewässern Landwirtschaftsbetriebe bei der Wasserversorgung für einen Trinkwasserbezug anfragen.
Die Zunahme von ausgeprägten Trockenperioden, wie wir sie aktuell erleben, hat insgesamt grosse Auswirkungen, die indirekt auch auf die Trinkwasserversorgung einen Einfluss haben. Die Herausforderung besteht darin, genügend Trinkwasser in ausreichender Menge zur richtigen Zeit am richtigen Ort bereitstellen zu können. Um das zu gewährleisten, schätzt jede Wasserversorgung im Rahmen ihrer generellen Wasserversorgungsplanung den zukünftigen Bedarf ab. Sie berücksichtigt dabei Faktoren wie das Bevölkerungswachstum aber auch klimatische Veränderungen wie die Zunahme von ausgeprägten Trockenperioden oder Starkregenereignissen und plant den Ausbau ihrer Infrastruktur entsprechend. Der SVGW setzt sich schon lange für die Vernetzung zwischen den Wasserversorgungen ein. Wenn Verbindungsleitungen zwischen Versorgungen gebaut werden, könne sich Gemeinden bei Trockenheit aber auch bei Notfällen (Trinkwasserverunreinigung) gegenseitig unterstützen. Mittlerweile verfügen nach unseren Schätzungen rund 90 Prozent aller Wasserversorgungen in der Schweiz über eine Möglichkeit für einen Fremdbezug. Trotzdem kann es, während Trockenphasen lokal und zeitlich begrenzt, zu Trinkwasserknappheit kommen, weil die Infrastruktur nicht auf einen so hohen Spitzenbedarf ausgelegt ist, wie er bei grosser Hitze anfällt.
Deshalb fordert der SVGW, ein überregionales Wassermanagement, das über die Gemeinde- und Kantonsgrenzen hinaus geht. Ein solches Wassermanagement umfasst nicht nur die Trinkwassernutzung, sondern auch die Wassernutzung der Landwirtschaft und Industrie sowie für die Energiegewinnung. Wenn wir besser verstehen, wo, wann, wie viel Wasser genutzt wird, kann die Wassernutzung besser geplant und koordiniert, Verbrauchsspitzen reduziert und Prioritäten für Trockenperioden festgelegt werden – beispielsweise mit einem gestaffelten Bezug von Wasser in der Landwirtschaft: Wenn nicht alle Betriebe gleichzeitig ihre Felder bewässern, hilft das, die Verbrauchsspitzen zu brechen.
Die ausgeprägte Trockenheit ist zwar insbesondere für die Oberflächengewässer problematisch. Lokal – insbesondere in Gemeinden, die auf Quellwasser angewiesen sind – kann es aber tatsächlich aufgrund von zu wenig Rohwasser in ausgeprägten Trockenperioden knapp werden.
Ausgeprägte Trockenperioden bringen verschiedene Herausforderungen. Lokal und zeitlich begrenzt können jedoch ernsthafte Engpässe auftreten. Wasserversorgungen antizipieren in ihrer Planung den zukünftigen Bedarf und legen Massnahmen fest, mit der dieser Bedarf in Zukunft gedeckt werden kann unter Berücksichtigung der klimatischen Entwicklungen. Das kann von einer Kapazitätssteigerung über den Bau von Versorgungsleitungen zu Nachbargemeinden für einen allfälligen Fremdbezug bis hin zur Erschliessung neuer Fassungen reichen. Was es in unseren Augen braucht, ist eine überregionales Wasserversorgungsplanung, die über die Gemeinde- und Kantonsgrenze hinausgeht. In Rahmen einer solchen Planung muss der gesamte Wasserbedarf von der Trinkwasserversorgung über die Landwirtschaft bis hin zu Industrie und Energiewirtschaft ermittelt und den verfügbaren Ressourcen gegenübergestellt werden. Im Rahmen einer überregionalen Planung können dann auch Massnahmen definiert werden, die einem Wassermangel entgegenwirken. Das kann den Bau von Rückhalteinfrastruktur (Rückhaltebecken, Massnahmen im Kontext Schwammland) aber auch einen abgestimmten Verbrauch (wann kann wer Wasser beziehen) oder Massnahmen zu einer sparsamen Bewässerung beinhalten. Tatsächlich arbeitet der Bund auch aktuell an einer nationalen Wassermanagementstrategie.
Normalerweise entnehmen Landwirtschaftsbetriebe Wasser aus Oberflächengewässern für die Bewässerung. Das ist während Trockenheit vielerorts wegen Entnahmeverboten nicht möglich. Diese Betriebe fragen dann bei der Trinkwasserversorgung um Trinkwasser für die Bewässerung an, was einen Einfluss auf die Trinkwasserversorgung hat. In solchen Fällen, kann es mit dem Trinkwasser knapp werden, weil die Versorgung nicht auf einen so hohen Mehrbedarf ausgelegt ist.
Im Gegensatz zu Oberflächengewässern (Seen und Flüsse) reagiert das Grundwasser weniger rasch auf Trockenheit. Die veränderte Saisonalität und Intensität von Trocken- und Regenphasen, hat aber einen Einfluss auf die Grundwasserneubildung. Zwar sind die Niederschlagsmengen in der Schweiz über die Jahre etwa gleichgeblieben, sie sind aber nicht mehr gleich verteilt. Wenn es regnet, regnet es intensiv. Starkregenereignisse führen dazu, dass viel Niederschlag direkt abfliesst und keine Zeit bleibt, das Grundwasser anzureichern. Zudem fällt bei höheren Temperaturen auch in den Wintermonaten mehr Niederschlag als Regen statt als Schnee bis in höhere Lagen. Dadurch wird im Winter weniger Wasser in der Schneedecke gespeichert. In der Schweiz konnte der Schnee bisher als Reserve bis in den Sommer zum Wasserhaushalt beitragen. Heute sind die Schneereserven nach dem Winter oft geringer und schmelzen bereits früher weg, weil es schon im Frühling vergleichsweise warm ist. Diese veränderte Saisonalität führt dazu, dass wir im Sommer über weniger Schneereserven in den Bergen verfügen, deren Schmelzwasser auch zahlreiche Trinkwasserquellen in den Bergregionen speist. Mittelfristig sehen wir zwar keine akute Gefahr, dass wir zu wenig Wasserressourcen für die Trinkwasserproduktion haben werden. Für die Wassernutzung insgesamt – also auch Landwirtschaft, Industrie, Energiegewinnung – sind die Auswirkungen aber spürbarer. Daher sind jetzt Massnahmen notwendig, um den Veränderungen zu begegnen.
Grundsätzlich unterstützt der SVGW die Vernetzung zwischen Wasserversorgungen. Dazu haben viele Versorgungen über die letzten Jahre Verbindungsleitungen zu Nachbargemeinden gebaut, die es erlauben, dass sich die Gemeinden in Notfällen (bspw. Trinkwasserverschmutzung) oder in Mangellagen, wenn das Trinkwasser knapp wird, gegenseitig aushelfen können. Mittlerweile haben nach unseren Schätzungen rund 90 Prozent der Wasserversorgungen in der Schweiz eine Möglichkeit für einen Fremdbezug – also den Bezug von Trinkwasser von einer anderen Versorgung. Das stärkt die Resilienz der Trinkwasserversorgung in der Schweiz.
Der Kostenrahmen ist sehr unterschiedlich und von verschiedenen Faktoren abhängig. Der Preis setzt sich typischerweise aus den Kosten für die Wassergewinnung und Aufbereitung, die Energiekosten der Pumpen, Kosten für den Unterhalt der Transportanlagen, Abschreibungen sowie die Administration und Messung zusammen. Hinzu können Kosten für die Lieferbereitschaft, also das Bereithalten von Trinkwasser, kalkulatorische Zinsen, Risikokosten und angemessene Reserven kommen. Ein frei bestimmbarer Gewinnzuschlag ist dabei nicht vorgesehen.
Die Voraussetzung für einen Fremdbezug ist immer, dass der potenzielle Lieferant selbst genügend Wasser zur Verfügung hat. Um das sicherzustellen, regelt man den Fremdbezug über Verträge. Sich auf seinen Nachbar zu verlassen ohne eine vertragliche Grundlage, entspricht nicht den Vorgaben an eine seriöse Versorgungsplanung. Bei einem unvorhergesehenen Notfall ist es eine andere Sache, das ist nicht planbar und da helfen sich die Versorgungen selbstverständlich untereinander aus, auch ohne Vertrag.
Der SVGW setzt sich tatsächlich bereits seit langem dafür ein, dass sich Versorgungen untereinander stärker vernetzen. Mittlerweile verfügen schätzungsweise 90 Prozent aller Versorgungen über mindestens eine Möglichkeit für einen Fremdbezug. Allerdings sind solche Zusammenschlüsse nicht überall möglich. Gerade in Bergregionen kann ein Zusammenschluss auf Grund der Topografie schwierig sein.
Rechtlich ist eine Erhöhung des Wassertarifs bei der Mengenabgabe beispielsweise bei Trockenheit/Wasserknappheit zur Lenkung des Trinkwasserverbrauchs möglich. Ein solcher Mechanismus muss aber im Wasserreglement/Gebührentarif bereits vorgesehen und geregelt sein (bspw. ab wann kommt der höhere Tarif zum Tragen). Das Ziel solcher, erhöhter Tarife ist, den Verbrauch zu steuern. In der Schweiz sind uns keine Wasserversorgungen bekannt, die einen erhöhten Tarif, beispielsweise in den Sommermonaten, kennen. In Frankreich gibt es mittlerweile prominente Beispiele für Gemeinden und Grossstädte die eine saisonale Wassertarifierung (Tarification saisonnière) eingeführt haben (Toulouse Métropole, Grasse & Villeneuve-Loubet). In der Schweiz werden solche Modelle vereinzelt diskutiert. Mit der Häufung von Phasen ausgeprägter Trockenheit im Sommer dürften diese Diskussionen vermehrt geführt werden. Trinkwasser ist in der Schweiz vergleichsweise günstig. Bei einem durchschnittlichen Preis von CHF 2.30 pro Kubikmeter Trinkwasser (1000 Liter) müsste der Wasserpreis allerdings markant angehoben werden (Faktor 5 bis 10), damit er eine lenkende Wirkung entfaltet. Eine so signifikante Erhöhung des Wassertarifs auf die Mengenabgabe zur Verbrauchslenkung kann eine Versorgung in der Regel nicht allein beschliessen. Dazu bräuchte es einen politischen Konsens und die Zustimmung der Bevölkerung. Ausserdem muss für ein solche Lenkungsabgabe die entsprechende Messtechnik (z.B. Smart Meter) vorhanden sein, damit eine solche Verrechnung überhaupt möglich ist. In unseren Augen gibt es andere Möglichkeiten, der zunehmenden Trockenheit zu begegnen, bevor eine Lenkungsabgabe ins Auge gefasst werden muss. Dazu zählt insbesondere ein überregionales Wassermanagement über Gemeinde- und Kantonsgrenzen hinweg, um den Bedarf besser zu kennen und bei Trockenheit zu steuern. Ein solches Wassermanagement beinhaltet nicht nur den Trinkwasserverbrauch, sondern die Wassernutzung im Allgemeinen (Bewässerung in der Landwirtschaft, Stromgewinnung mit Wasserkraft, Nutzung in der Industrie).
Wasserversorgungen antizipieren in ihrer Planung den zukünftigen Bedarf und legen Massnahmen fest, mit der dieser Bedarf gedeckt werden kann unter Berücksichtigung von Aspekten wie dem Bevölkerungswachstum aber auch den klimatischen Entwicklungen. Das kann von einer Kapazitätssteigerung über den Bau von Versorgungsleitungen zu Nachbargemeinden für einen allfälligen Fremdbezug bis hin zur Erschliessung neuer Fassungen reichen. Was es in unseren Augen braucht, ist eine überregionale Wasserversorgungsplanung, die über die Gemeinde- und Kantonsgrenze hinausgeht. Tatsächlich arbeitet der Bund derzeit bereits an einer nationalen Wassermanagementstrategie.
In Rahmen einer überregionalen Planung muss der gesamte Wasserbedarf von der Trinkwasserversorgung über die Landwirtschaft bis hin zu Industrie und Energiewirtschaft ermittelt und den verfügbaren Ressourcen schweizweit über die Kantonsgrenzen hinweg gegenübergestellt werden. Im Rahmen einer überregionalen Planung können dann auch Massnahmen definiert werden, die einem Wassermangel entgegenwirken. Das kann den Bau von Rückhalteinfrastruktur (Rückhaltebecken, Massnahmen im Kontext Schwammland) aber auch einen abgestimmten Verbrauch (wann kann wer Wasser beziehen) oder Massnahmen zu einer sparsamen Bewässerung bis hin zu Sparapellen an die Bevölkerung beinhalten.
Eine Versorgung über mobile Wassertanks ist eine Notversorgung und sollte nur in Notfällen zur Anwendung kommen, wenn die Versorgung der Bevölkerung mit Trinkwasser wegen einem nicht vorhersehbaren Vorfall gefährdet ist (Rohrbrüche, Verunreinigungen, etc.). Wegen Trockenheit eine Notversorgung einzurichten, kann in Einzelfällen sinnvoll sein. So wurden im letzten Hitzesommer zum Teil Sömmerungsweiden in den Alpen mit Trinkwasser über Wassertanks versorgt. Ein Hitzesommer ist aber nicht generell unvorhersehbar und Wasserversorgungen sollten in ihrer Planung daher bereits Massnahmen und Möglichkeiten erarbeitet haben, um solchen Trockenperioden zu begegnen.
Das planerische Fundament jeder Wasserversorgung ist die «Generelle Wasserversorgungsplanung» (GWP). In dieser Planung werden die verfügbaren Ressourcen, allfällig notwendige Sanierungen, das Bevölkerungswachstum und viele weitere Faktoren berücksichtigt mit dem Ziel, der Bevölkerung jederzeit qualitativ einwandfreies Trinkwasser in ausreichender Menge bereitstellen zu können. Im Rahmen der GWP können dann auch konkrete Massnahmen entwickelt werden, um auch bei Trockenheit die Trinkwasserversorgung sicherzustellen. Welche konkreten Massnahmen das sind, ist von Versorgung zu Versorgung sehr unterschiedlich und von den Bedingungen und Möglichkeiten vor Ort abhängig. Massnahmen können von einer Vernetzung bis hin zu Kapazitätssteigerungen oder gar der Erschliessung neuer Fassungen reichen. Generell empfehlen wir allen Wasserversorgungen unabhängig von ihrer Grösse eine seriöse GWP zu erarbeiten bzw. die bestehende GWP zu überprüfen, um für die zukünftigen Herausforderungen gewappnet zu sein und frühzeitig einen allfälligen Investitionsbedarf zu bestimmen. Bei einem Grossteil der Wasserversorgungen wird dies auch kontinuierlich gemacht. Der SVGW stellt Muster-GWPs zur Verfügung, an denen sich Wasserversorgungen orientieren können.
Das Trinkwassernetz in der Schweiz ist überwiegend unter der Erde. Das schütz die Leitungen ein Stück weit vor grossen Temperaturerwärmungen. Die Hitze hat keinen direkten Einfluss auf die Wasserleitungen. Wir beobachten keine vermehrten Rohrbrüche auf Grund der Hitze. Die Hitze hat einen Einfluss auf die Temperatur des Trinkwassers, was allenfalls die Trinkwasserqualität beeinflussen kann, weil sich Keime und Bakterien bei höheren Temperaturen schneller vermehren.
Wegen der Hitze allein kommt es unseres Wissens nicht zu mehr Wasserleitungsbrüchen. Es müssen mehrere Faktoren zusammenkommen. Gründe können sein, dass auf Grund des Mehrbedarfs an Trinkwasser das Leitungsnetz mehr beansprucht wird (Zusatzbedarf der Landwirtschaft). Das Trinkwassernetz ist nicht auf so einen hohen zeitgleichen Mehrbedarf ausgelegt (mehr Wasser muss befördert werden, mehr Druckschläge durch Pumpen, etc.)
Sind die Leitungen schon alt und sanierungsbedürftig, kann die erhöhte Beanspruchung durch den Mehrverbrauch das Leitungsnetz stark beanspruchen und bereits bestehende Mängel in den Leitungen zu Brüchen führen.
Das Leitungsnetz instand halten und alte Leitungen ersetzen bzw. sanieren.
Trocknet der Boden aus, kann das die Festigkeit des Untergrundes verändern, welche die Leitungen umschliesst. Die Leitungen sitzen das nicht mehr so stabil im Boden. Dies kann zu Spannungs- und Druckveränderungen führen, was die Leitungen belastet. In der Regel halten das die Leitungen gut aus. Werden die Leitungen nach dem aktuellen Stand der Technik verlegt, sind solche Ereignisse unwahrscheinlich.
Die Temperaturen beeinträchtigen die Qualität nicht direkt. Erwärmt sich das Trinkwasser im Leitungsnetz steigt bei höheren Temperaturen aber die Gefahr, dass sich Keime oder Bakterien darin vermehren können, da sich Mikroorganismen bei höheren Temperaturen wohler fühlen. Es sind aber noch weitere Faktoren nötig, damit es zu einer unzulässigen mikrobiologischen Vermehrung kommt. Die Temperatur allein ist dafür nicht ausreichend, aber sie ist ein begünstigender Faktor. Etwas wärmeres Wasser wird nicht mehr gleich frisch und schmackhaft empfunden, ist aber aus gesundheitlicher Sicht kein Problem. Um den Trinkgenuss zu verbessen, kann man z.B. eine Wasserkaraffe zum Trinken in den Kühlschrank stellt.
An Hitzetagen kann der Trinkwasserverbrauch steigen und es können hohe Verbrauchsspitzen entstehen. Es kann dann vorkommen, dass die Infrastruktur der Trinkwasserversorgung nicht für einen so hohen Mehrbedarf ausgelegt ist. Das kann dazu führen, dass das Trinkwasser im Reservoir knapp wird und sich die Gemeinde mit Sparapellen an die Bevölkerung richtet. Ausserdem kann es für die Wasserversorgung herausfordernd werden, die 20 Grad im Leitungsnetz einzuhalten. Wenn es so heiss und sonnig ist, wie in den letzten Wochen, kann sich das Trinkwasser im Leitungsnetz im Boden erwärmen.
Das Leitungsnetz ist im Boden und so ein Stück weit vor direkter Erwärmung geschützt. Gerade in urbanen Gebieten, die stark versiegelt sind und sich dadurch auch stark aufheizen, kann diese Erwärmung bis zum Leitungsnetz gelangen und das Trinkwasser darin erwärmen. Auch wenn das Wasser im Hochsommer etwas wärmer aus dem Reservoir strömt, so sind es vor allem die Hotspots im versiegelten Raum die zu der Erwärmung des Wassers im Leitungsnetz beitragen. Diese müssten mit baulichen Massnahmen bekämpft werden (z.B. Beschattung, Entsiegelung etc.) und können nicht durch die Wasserversorgung direkt beeinflusst werden. Somit kann es bei extremer langanhaltender Hitze schon anspruchsvoll werden die 20°C im Verteilnetz überall und jederzeit einzuhalten.
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